Spotify und die Pro-Rata Madconomics

Wie funktionieren eigentlich Spotify & Co.? Und nach welchen Regeln erhalten Künstler:innen im Musikstreaming-Kosmos ihr Geld?

Zur Berechnung der Beträge von Künstler:innen wenden die meisten Streamingdienste - grob gesagt - die gleiche Formel an. So absurd es klingen mag: Das, was bei Künstler:innen am Ende des Monats an Geld ankommt, ist nicht mehr nur von reinen Verkaufszahlen (wie beispielsweise noch bei Downloads und CDs), sondern von einer Gleichung abhängig, die es allerdings in sich hat. Ihr Prinzip besagt - und hier soll das Augenmerk insbesondere auf zwei entscheidende Faktoren gelegt werden - dass alles was wir als Kund:innen in einem gewissen Zeitraum in einen Topf einzahlen, anteilig mit dem verrechnet wird, was die Künstler:innen an Streams produzieren. Und um diesen Anteil zu bestimmen, ist deren jeweilige Streamanzahl im Verhältnis zu allen gemessenen Streams (aller Künstler:innen) im Abrechnungszeitraum ausschlaggebend (s. Abbildung unten). Das hat zur Folge, dass einige, allerdings nur äußerst wenige, Künstler:innen von diesem System profitieren - jene dann aber überproportional hoch. Andere wiederum, und das betrifft die breite Masse, bekommen nur einen Bruchteil des sich im Pott befindenden und verfügbaren Geldes ab. Gleichwohl heißt das, dass die Anteile der Künstler:innen umso höher ausfallen, je näher ihre eigene Streamzahl an die gemessenen Gesamtstramzahl rückt und umso niedriger sind, je größer der Abstand zwischen ihnen ist ist.

Ebenso fehlt die Möglichkeit, das Geld direkt zu dem oder der von mir gehörten Künstler:in weiterzuleiten, da es erst einmal im Gesamtpott landet, ihr oder ihm somit nicht direkt vermittelt werden kann. Das bedeutet auch, dass andere Künstler:innen mitfinanziert werden, ob das gewollt ist oder nicht.

Mehr dazu gibt es übrigens unter: Verteilung und Methodik im Pro-Rata Modell